Vor wenigen Tagen wurde von der AVSAB (American Veterinary Society of Animal Behavior) ein Statement veröffentlicht. Es erklärt, worauf man bei der Wahl von Hundetrainer:innen achten sollte.

Die AVSAB ist eine international anerkannte Vereinigung aus Tierärzt:innen und Verhaltensforscher:innen, die das Ziel hat, wissenschaftliche Standards für das Tiertraining zu veröffentlichen und zu verbreiten!

Das Statement ist auf Englisch verfasst.
Hier kommst du zum originalen Statement: STATEMENT

In dem Blog-Beitrag findest du die wichtigsten Informationen auf Deutsch.

Einleitung

Schon in der Einleitung steht, dass bewiesen ist, dass Methoden, die auf die positive Verstärkung setzen, erfolgreich sind – bei allen Rassen, bei allen Themen und bei allen Trainingszielen.
Und das, ohne “Nebenwirkungen”!

Deshalb ist es so wichtig, dass man sich bei der Suche nach einer:m Hundetrainer:in gut mit dessen Methode, Techniken und Philosophien auseinandersetzt.

Das Trainingsziel

Im Training können folgende Ziele im Vordergrund stehen: Sozialisierung, Erlernen von Life-Skills, Sport, Verhaltensthemen, … – die Trainingsziele sind schlussendlich sehr individuell.

Es sollten immer Trainer:innen ausgesucht werden, die beim Erreichen der Trainingsziele ohne Bestrafung auskommen und ein klares Verständnis für das Trainingsziel, aber auch für die Bedürfnisse des Hundes haben.

Green- und Red-Flags

Achte auf Phrasen, Videos und Handlungen, die Hinweise auf die Trainingsmethode und die Qualifizierung geben!

Green Flags

  • Belohnungsbasiertes Training: Futter, Spielzeug, Lob, …
  • Kommunikation, Signalaufbau und Beziehungsaufbau stehen im Mittelpunkt des Trainings
  • Es wird über positive Verstärkung trainiert
  • Unerwünschtes Verhalten wird präventiv vermieden und Alternativverhalten wird aufgebaut
  • Dem Hund gegenüber wird eine freundliche Sprache und Körpersprache entgegen gebracht
  • Hündisches Verhalten darf gezeigt werden, Entscheidungsfreiheit und das Wohlbefinden des Hundes sind wichtig

Red Flags

  • Es werden folgende Hilfsmittel verwendet:
    Würgehalsbänder, Schockhalsbänder, Leinenruck, Stöße, Schläge, Rütteldosen, Wasserspritz-Utensilien, auf den Rücken legen, drücken und drehen von Ohren, …
  • Begriffe, wie “Boss”, “Alpha”, “Respekt”, „Gehorsam“, „Rudelführer“ und ähnliches werden verwendet
  • Das Training wird als “Balanced” bezeichnet
    (Notiz von mir: es werden bewusst alle vier Quadranten der operanten Konditionierung verwendet)
  • Unerwünschtes Verhalten wird bestraft und “korrigiert”
  • Der Umgangston mit dem Hund ist streng, es wird geschrien, gestampft und die Körpersprache ist bedrohlich
  • “Shut-Down” (Aufgeben) wird als normales Hundeverhalten gesehen, der Hund hat limitierte Entscheidungsfreiheit und es wird Kontrolle über den Hund verlangt

Die Ausbildung

Überprüfe die Ausbildung der:des Hundetrainer:in !
Gibt es hier einen modernen, wissenschaftsbasierten Ansatz oder nicht?

Natürlich verspricht das nicht automatisch, dass die Person auf qualifiziert ist, aber es ist ein guter Start!

Sei ein Fürsprecher für deinen Hund!

Merkst du, dass sich dein Hund unwohl fühlt oder vermehrt Stressanzeichen zeigt? Ignoriere das nicht!

Sprich das an, Frage nach Alternativen und wähle gegebenenfalls eine:n andere:n Hundetrainer:in, wenn du dich nicht gesehen oder unterstützt fühlst!!

Fazit

Das Statement der AVSAB ist ein großer Schritt in eine richtige Richtung.

Besonders durch Red-Flags wird klar, was man bei der Wahl von Hundetrainer:innen zu vermeiden hat und auf was man zu achten hat.

Das Statement führt hoffentlich auch dazu, dass sich die Trainer:innenlandschaft im deutschsprachigen Raum ändert! Denn hier ist definitiv noch Aufholbedarf.

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