Bestimmt hast du den Satz „Ihr arbeitet nur mit Leckerli!!“ schon mal gehört! Doch ist das wirklich so? Oder steckt da vielleicht sogar mehr dahinter? Das erfährst du in diesem Beitrag!
Positives Hundetraining
Die Grundlage des positiven Hundetrainings ist die Verstärkung von erwünschtem Verhalten. Das Verhalten wird verstärkt, damit es in Zukunft wahrscheinlicher gezeigt wird (siehe meinen Beitrag zum Thema Lerntheorie!). Wie diese Verstärkung aussieht, ist aber von Hund zu Hund unterschiedlich und auch von der Situation abhängig. Hier bekommst du einige Impulse für mögliche Verstärkungen!
Futter
Futter (zum Beispiel Leckerli) werden oft als Verstärkung eingesetzt. Sie sind einfach zu verwenden, man kann sie leicht mitnehmen und man kann sie jederzeit dem Hund geben, ohne viel Aufwand. Außerdem kann man auch eine gute Unterscheidung machen zwischen „normalen“ Futter und Jackpot-Belohnungen für super tolles Verhalten.

Ob der Hund Futter annimmt, sagt uns zudem auch viel über seinen derzeitigen Erregungszustand aus. Je nach Präsentation des Futters, können auch unterschiedliche Erregungslevels angesprochen und beeinflusst werden.
Präsentationen
- Geben: normales Futter geben ins Maul. Diese Präsentationsform ist recht unspektakulär und unaufregend.
- Streuen: eines oder mehrere Futterstücke werden auf den Boden gestreut. Der Hund darf die Stücke aufschnüffeln und natürlich fressen. Das Schnüffeln (und anschließende kauen) beruhigt den Hund. Diese Art der Präsentation eignet sich also toll für Situationen, wo der Hund länger belohnt werden soll oder wo man den Hund etwas runterfahren sollte.
- Werfen: das Futterstück wird in einem hohen Bogen geworfen. Der Hund darf dem Stück hinterher hechten, aufsuchen und dann fressen! Wir kombinieren hier also Bewegung mit Schnüffeln.
- Ins Maul werfen: Das Futter wird direkt in das Maul des Hundes geworfen, das muss davor aber geübt werden.
- Kegeln: Das Futterstück wird flach geworfen, damit es mehrmals vom Boden wieder hochspringt. Das klappt am Besten auf ebenen Böden. Der Hund kann dem Futter dann hinterher hechten.
- Belauern: Das Futter wird vor dem Hund mehrfach (spannend) bewegt und dann geworden oder gekegelt. Besonders Hütehunde und Treibhunde mit hohem Augenanteil finden das super!
Verbales Lob
Freundliches Lob kann auch eine Verstärkung darstellen. Mit hoher Stimme, „putscht“ es meist auf, mit ruhiger Stimme, beruhigt es leicht. Lob ist für viele Hunde aber nur ein schwacher Verstärker. Verbales Lob eignet sich darum eher als Verstärkung für schon gut geübtes Verhalten. Mit verbalem Lob kann man auch Hunde in schwierigen Situationen unterstützen!
Streicheln / Körperkontakt
Streicheln ist in Entspannungsphasen für viele Hunde angenehm. Wenn der Hund aber arbeitet oder etwas lernt, finden Hunde das Streicheln (oder generell Körperkontakt) oft unangenehm. Das kann bedeuten, dass der Hund die Berührung vielleicht auch als unangenehm auffassen kann, wodurch das gewünschte Verhalten weniger oft gezeigt wird.
Ob der Hund im Training gestreichelt werden möchte, muss individuell herausgefunden werden. Duckt sich der Hund zum Beispiel weg, weicht der Hand aus oder zeigt Beschwichtigungssignale, ist eine andere Verstärkung besser geeignet.
Spiel
Kurzes Spielen ist eine sehr hochwertige Verstärkung, die sich insbesondere für Verhalten lohnt, wo der Hund nicht unbedingt ruhig und entspannt sein muss. Spielen kann zum Beispiel eine Belohnung für einen guten Rückruf sein. Es eignet sich auch gut für Situationen, wo der Hund in einer hohen Erregungslage ist und womöglich Leckerli auch gar nicht mehr nehmen kann.
Das Spielzeug muss jedoch mitgenommen werden und verbraucht je nach Größe mehr oder weniger Platz. Außerdem kann nicht überall gespielt werden. Geht der Hund zum Beispiel in der Stadt brav an anderen Hunden vorbei, ist es fraglich, ob sich spielen als Verstärkung hier gut eignet.

Andere Belohnungsarten
Neben den genannten Arten, gibt es dann auch noch Belohnungsarten, die vielleicht nicht so offensichtlich sind und sehr individuell sind. Buddelt der Hund zum Beispiel gerne in der Erde, kann das auch einen Verstärker darstellen. Alles, was der Hund gerne macht und belohnend ist, kann auch ein Verstärker sein!
Fazit
Verstärkung bedeutet nicht immer gleich Leckerli. Vieles kann als Verstärker eingesetzt werden.
Je nach Situation, Erregung und Hund eignen sich manche Verstärker besser als andere Verstärker. Schlussendlich muss aber immer individuell geschaut werden, was für den Hund am besten passt!

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